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DPolG zur Kriminalstatistik: Gewaltdelikte steigen

Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) zur Kriminalitätsstatistik: Deutschland ist brutaler und unsicherer geworden.
Jugendgewalt nach wie vor ungelöst - Absage an schärfere Gesetze

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Entwicklung der Jugendgewalt als nach wie vor ungelöst und besorgniserregend bezeichnet. Die Kriminalitätsstatistik 2007 bestätige den Trend vorausgegangener Jahre, dass die Zahl der Gewaltdelikte nach wie vor steige und die Täter immer jünger und brutaler würden. Gleichzeitig erteilte die DPolG schärferen Gesetzen eine Absage, stattdessen müssten bestehende Möglichkeiten genutzt und besser koordiniert werden.

In Berlin erklärte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt:

"Die Forderung der Unionsländer, die Gesetze mal wieder zu verschärfen, ist überzogen, nutzlos und absurd. Gerade die Bundesländer haben mit ihrem Personalabbau in der Polizei einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Kriminalität in Deutschland. Statt nach schärferen Gesetzen zu rufen, sollten sie die bestehenden Möglichkeiten endlich besser koordinieren und nutzen.

So sollten die Konzepte zur Jugendhilfe endlich in eine umfassende Strategie gefasst werden, damit das Durch- und Nebeneinander von gewinnorientierten Freien Träger, unterbesetzten und überforderten Jugendämtern sowie nichtsahnenden Regierungen und Parlamenten beseitigt wird. Die Entwicklung von Perspektiven für junge Menschen, die Erziehung zu einem Leben ohne Gewalt und Kriminalität sowie die Notwendigkeit von Integrationsarbeit sind gesamtstaatliche Aufgaben, die nun endlich auch übergreifend angepackt werden müssen.

Gleichzeitig muss der Personalabbau in der Polizei endlich gestoppt werden. Es ist skandalös, wenn allein in Ostdeutschland in den nächsten Jahren rund 10.000 Polizistenstellen verschwinden sollen. Wer solche Entscheidungen trifft, gibt die Straßen für Gewalttäter frei und darf sich nicht wundern, wenn die Zahl entsprechender Delikte steigt.

Zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität müssen wir die Möglichkeiten europaweiter Bekämpfungsstrategien nutzen und ausbauen. Gemeinsame Ermittlungsgruppen sind der richtige Ansatz, dazu gehören die Harmonisierung von Rechtsvorschriften und taktischen Einsatz-möglichkeiten.

Die Verschärfung von Gesetzen ist für viele Politiker ein fast automatischer Reflex, den wir ablehnen. Es ist endlich an der Zeit, die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. Wir müssen uns vor allem den jungen Menschen zuwenden und deren abwärts gerichtete Perspektivspirale umkehren. Dazu brauchen wir keine verschärften Gesetze, sondern den gezielten Ausbau geeigneter Interventionskonzepte, die es längst zuhauf gibt.“


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