DPolG: Kompromiss bei Sperrung Kinderporno-Seiten
DPolG begrüßt Kompromiss bei Sperrung von Kinderporno-Seiten
- Kinderschutz weiterentwickeln
Für einen wegweisenden Schritt hin zu mehr Kinderschutz hält die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) den gestern geschlossenen Kompromiss der Großen Koalition über die Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet. Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Es ist ein klassischer Kompromiss mit dem wir leben können, da das Ziel – die Bekämpfung von Kinderpornographie und damit letztlich der Missbrauch von Kindern – entscheidend ist. Wichtig ist das Signal an die Öffentlichkeit, dass Kinderpornographie ein abscheuliches Verbrechen darstellt, was geächtet werden muss.“
Die DPolG begrüßt besonders, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung von Kinderporno-Seiten im Netz intensivieren zu wollen. Wendt: „Viele Server, die kinderpornographische Inhalte verbreiten, stehen im Ausland. Deshalb geht der Vorschlag der Koalition in die richtige Richtung, die dortigen Polizeibehörden zu verständigen und verstärkt in die Verbrechensbekämpfung mit einzubeziehen. Das unterstreicht die seit langem geltende Forderung der DPolG die Kriminalitätsbekämpfung internationaler auszurichten. Grenzüberschreitende Straftaten erfordern grenzüberschreitende Antworten!“
Dass die unabhängig vom jetzigen Gesetzentwurf seit Langem intensiven Bemühungen der Polizei bei der Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet Früchte trägt, zeigt die jüngst veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik für 2008. Demnach haben der Besitz und die Verschaffung von Kinderpornographie um 24,1 Prozent auf 6.707 Fälle abgenommen, nachdem sie 2007 um 94,3 Prozent zugenommen hatten. Wendt: „Unsere Kolleginnen und Kollegen sind stark sensibilisiert und motiviert bei der Verfolgung und Aufklärung derartiger Straftaten. Mit dem jetzt vorgelegten Gesetzentwurf schließt die Koalition eine weitere Lücke bei der Bekämpfung von Kinderpornographie. Der Kinderschutz muss jedoch weiter entwickelt werden. Dabei sollte Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen.“








