DPolG fordert neues Laufbahnverlaufsmodell
Der Vorsitzende des DPolG Fachverbandes Bundespolizei Hans-Joachim Zastrow (52), spricht offen von einer enttäuschenden ODP-Vorlage des BMI zur Zukunftsausrichtung der Bundespolizei.
ODP nicht zukunftsgerichtet!
Zastrow: „Der nun dem BHPR zur Stellungnahme überlassene ODP gibt mehr Rätsel als Lösungen auf! Weder wird der ODP-Entwurf dem Aufgabenspektrum noch der Qualität von heutiger Polizeiarbeit gerecht. So werden seit Jahren bekannte Schattenfunktionen nicht als Dienstposten ausgeworfen, Stellvertreterfunktionen nicht durchgehend berücksichtigt und dienstliche Tätigkeiten gleicher Qualität völlig unterschiedlich bewertet. Unglaublich ist, dass zum Teil nicht einmal die Hierarchieebenen bei der Bewertung der DP eingehalten werden. Die perspektivische Ausrichtung als Motivationsschub für den belastenden polizeilichen Schichtdienst und die aufreibenden oft mehrtägigen Verbandseinsätze bei Großeinsätzen, fehlt in weiten Teilen.“
Diesbezüglich beklagt der Gewerkschaftsvorsitzende besonders den Stillstand an der Basis bei den Kolleginnen und Kollegen in den Einsatzzügen, deren ODP-Bewertung mit A 7-8 den Planern im BMI die Röte ins Gesicht treiben müsse. Auch die Bewertung zahlreicher Stellen des so genannten Attraktivitätsprogramms mit der Unterlegung A9g-10 friere jede Hoffnung auf eine Entwicklungschance im gehoben Dienst ein. Wer sich am Attraktivitätsprogramm nicht beteilige werde offensichtlich damit bestraft, dass sein DP zukünftig auch keine Zulage mehr hergebe, so Zastrow.
Der ODP-Entwurf zeigt eine verstaubte und vergangenheitsbelegte Auffassung von praktischer Polizeiarbeit auf. Jedem muss klar sein, dass der Versuch mit den bisherigen Grundlagen einen zeitgerechten Organisations- und Bezahlungsmodus zu bieten, gescheitert ist. Deshalb gilt es völlig umzudenken und neue mutige Wege zu beschreiten, die eine transparente Laufbahn- und Bezahlungsentwicklung aufzeigt. Dazu hat die DPolG ein Konzept für ein „Laufbahnverlaufsmodell Bundespolizei (LVM BPOL)“ entwickelt. Das LVM BPOL sieht die Durchlässigkeit von A7 bis A11 mit einer Regelverweildauer in den einzelnen Ämtern vor. Ein ähnliches Modell soll bei der Landespolizei Hamburg ab dem 01.01.2008 eingeführt werden. Die DPolG hat in vielen Gesprächen zu dem LVM BPOL auch von der Politik Zuspruch zum Konzept erhalten. Wir sehen in dem LVM BPOL auch einen Weg aus der augenblicklichen Sackgasse, so Zastrow.





